Muss da wirklich alles rein?

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All Buildings Are Beautiful ist der neue Film über die Alte WU, von Medienkünstler und Klimaaktivist Christoph Schwarz, der heuer auf der Diagonale in Graz Premiere hat. In leicht utopisch anmutenden Bildern – ist das schon Silent Running oder doch ein wenig Gattaca – erklärt Schwarz, warum es sich lohnt, Empathie für das Gebäude aus den 1980ern zu entwickeln. 

Neben einer fantasievollen Sympathiebekundung für den Ort ist der Film auch ein klares Statement für die Korrektur eines laufenden Prozesses. Dieser verspricht zwar den Erhalt von Teilen des Bestands, hat jedoch bereits mit dem Rückbau in Form von Schadstoffabbau begonnen – und das ohne eine abgeschlossene Planung dessen, was ab 2027 entstehen soll.

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Film über die Alte WU feiert in Graz Premiere.
_Redaktion GAT/ Gerhäusser, Rezension

Prozess statt Pose

Wie der Architekturpreis des Landes Steiermark 2025 Architektur als Prozess sichtbar macht
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Was geschieht, bevor ein Architekturpreis vergeben wird? Was passiert zwischen Entwurf und Fertigstellung eines Bauwerks? Was, bevor die ersten Nutzer:innen einziehen und Architektur Teil des Alltags wird?

Bis 15.5.2026 zeigt das Haus der Architektur in Graz die Ausstellung zum Architekturpreis des Landes Steiermark 2025 mit dem Titel The Prize Bag: Double Lives of Architecture. Insgesamt wurden 36 Projekte eingereicht, fünf davon ausgezeichnet, 14 kamen auf die Shortlist. Sämtliche Shortlist-Projekte sind in der Ausstellung vertreten und geben Einblick in die aktuelle Architekturproduktion der Steiermark.

Als Kurator:innen für Preisvergabe, Ausstellung und Publikation wurden die Architekt:innen Sevince Bayrak und Oral Göktaş, von SO? architecture and ideas aus Istanbul, eingeladen. Von Beginn an interessierte sie weniger die Pose des fertigen, prämierten Gebäudes als der Prozess der Architektur: Entwurfsarbeit, Entscheidungsfindung und die alltägliche Praxis des Bauens. In der Ausstellung zeigen sie daher zwei Seiten architektonischen Schaffens – Fotografien der gebauten Realität und ihrer Nutzung einerseits, Skizzen, Dialoge, Baustellenarbeit und planerische Aushandlungen andererseits.

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The Prize Bag: Double Lives of Architecture
_Redaktion GAT/ Gerhäusser, Rezension

Der Reichtum in den Dingen

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Unter dem kryptischen Titel „Reichtum statt Kapital. Anupama Kundoo“ zeigt das Architekturzentrum Wien eine faszinierende Ausstellung über die indische Architektin Anupama Kundoo. Ihr Werk beweist überzeugend und absolut moralinsäurefrei, dass sich mit natürlichen Ressourcen und lokalem Handwerk großartige Bauten schaffen lassen.

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Die Ausstellung „Reichtum statt Kapital. Anupama Kundoo“ ist noch bis 9.3.2026 im AzW zu sehen.

"Reichtum statt Kapital. Anupama Kundoo" noch bis 9.3. im AzW
_Isabella Marboe, Rezension

Angriff auf den Sozialdarwinismus

Arbeiten des Künstlers Leopold Kessler an öffentlichen Infrastrukturen
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Im musa, Wien Museum für Gegenwartskunst, ist bis Mitte Mai 2026 die Mid-Career Ausstellung Arbeiten im öffentlichen Raum von Leopold Kessler zu sehen. Leopold Kesslers Arbeiten verwenden die Mittel von Bildhauerei und Interventionen im öffentlichen Raum, um gesellschaftliche Verhältnisse zu reflektieren.

Ausstellungszeitraum: bis 17.5.2026 verlängert
Künstler: Leopold Kessler 
Kurator: Vincent Weisl
Ausstellungsgestaltung: Franz Kapfer, grafisches Büro

Arbeiten im öffentlichen Raum von Leopold Kessler
_Milena Dimitrova, Rezension

Berge als Kriegsgerät und Kapital

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Menschen besitzen Berge. Berge werden von Menschen besessen. Welcher Fluch ist da am Werk? So die Ausgangsfrage der Ausstellung Possessed Mountains im FORUM STADTPARK, die im Rahmen des steirischen herbst 2025 noch bis 11. Oktober zu sehen ist. Gezielt werden die Schattenseiten dessen, was Mensch und Berg verbindet, aufgezeigt und zwischen ästhetischer Oberfläche und tiefgründigen, allen voran geopolitischen Erkenntnissen hin und her geswitcht. Die Folge? Ein kräftiger Stoß in unser aller Magengrube, in die romantisch verklärte Symbiose von Mensch und Naturlandschaft.

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Die Ausstellung ist bis zum 11.10.2025 jeweils von Dienstag bis Samstag zwischen 14:00 und 18:00 Uhr bei freiem Eintritt im FORUM STADTPARK zu sehen. Sie ist eine Koproduktion mit dem heimaten Festival des HKW Berlin und läuft im Rahmen des steirischen herbst 2025.

Zusätzliches Programm:

09.10., 17:00 Kurator:innenführung

Eine pointierte Ausstellung im FORUM STADTPARK
_Redaktion GAT/ Gerhäusser, Rezension

Anatomie einer Metropole

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Es ist ein wahres Schwergewicht. Nicht nur wegen seines imposanten Formats (von 24,7 x, 30,5 cm) und seines Umfangs von 416 Seiten. Anatomie einer Metropole. Bauen mit Eisenbeton in Wien 1890-1914 ist vor allem ein inhaltlich bemerkenswertes Buch, mit neuen Erkenntnissen zum Netzwerk der Protagonisten und zur zeitlichen wie räumlichen Dichte in der Anwendung der neuen zukunftsweisenden Technologie.

Buchrezension – Bauen mit Eisenbeton in Wien 1890-1914
_Christine Müller, Rezension

Vom Häuslbauer-Mythos zur nachhaltigen Wohnzukunft

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Die Ausstellung Suburbia. Leben im amerikanischen Traum zeigt die Anfänge und die mögliche nachhaltige Zukunft des Einfamilienhauses als Lebensmodell. Sie ist noch bis 4. August täglich von 10 bis 19 Uhr im Architekturzentrum Wien zusehen.

Suburbia. Leben im amerikanischen Traum
Bis 4. August 2025 im Architekturzentrum Wien
www.azw.at

Wie kann es weitergehen?
_Susanne Karr, Rezension

Egon Eiermanns Werk in Mittelbaden

Modernität und Einfluss in der Nachkriegsarchitektur Süddeutschlands
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Für Bürogebäude und Industriebauten ist Architekt Egon Eiermann genauso bekannt, wie für sein 1953 entworfenes Tischgestell, das in vielen Architekturbüros noch heute in Verwendung ist. Internationale Aufmerksamkeit erlangte er mit dem (Aus)-Bau der Gedächtniskirche in Berlin. Zudem realisierte er mehrere Wohngebäude. Vier weniger wahrgenommene Bauten von Eiermann werden durch Baugeschichte-Experte Ulrich Coenen in einer Publikation vorgestellt. Coene lehrt am KIT - Karlsruher Institut für Technologie. Seine Studierenden veröffentlichen seit Herbst 2024 erste Artikel auf gat.news. In diesem Fall rezensiert Karla Jukic die Neuerscheinung. Sie hat sich als einzige Studierenden an die Besprechung des neuen Buches ihres Dozenten über Egon Eiermann gewagt.

Egon Eiermann in Mittelbaden, Ulrich Coenen, Verlag Mainz, 2024

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Im Seminar „Städtebauliche Typologien - Werkstatt Architektur-Journalismus: Wir schreiben über Architektur“ beschäftigen sich Studentinnen und Studenten an der Professur Stadtquartiersplanung des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) mit Architekturjournalismus. Dozent ist der Redakteur und Bauhistoriker Ulrich Coenen.

Modernität und Einfluss
_Karla Jukic, KIT - Karlsruher Institut für Technologie, Rezension

Territorial Urbanism Now!

Call For A Social And Ecological Urban Planning and Design
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Im Sommer 2024 präsentierte das Institut für Städtebau der TU Graz ein neues Buch, das den Paradigmenwechsel von Zielen und Strategien für urbanen Wandel vehement und vor allem erfrischend vielstimmig einfordert: 
Territorial Urbanism Now! knüpft an das Buch „Basics on Urbanism“ (2021) an, das ebenfalls Intentionen wie auch Methoden des Institutes unter Prof. Aglaée Degros reflektiert und basiert zum Teil auf Erkenntnissen des Symposiums „Territorial Turn“ (September 2022).

Institute of Urbanism / Aglaée Degros / Eva Schwab / Anna Bagaric / Sabine Bauer / Jennifer Fauster / Radostina Radulova-Stahmer / Mario Stefan / Alice Steiner (eds.)
 

World on Fire
_Sigrid Verhovsek, Rezension
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