06/02/2024

2020 kaufte die Stadt Linz das Archiv von Günter Zamp Kelp an und somit übernahm das Lentos Kunstmuseum wichtige Werke der Gruppe Haus-Rucker-Co (1967 - 1992) in seinen Bestand. Noch bis 25.2. präsentiert die Ausstellung „Atemzonen, unterteilt in die Themenbereiche „Klimakontrolle“, „Progressives Wohnen“, „Stadtnatur“, „Kosmos Vanilla“, „Geschichten vom Raum“ und „Orte der Kommunikation“ Werke daraus. Architektonisch gestaltet wurde die Ausstellung von Günter Zamp Kelp. 

06/02/2024

Haus-Rucker-Co, Ballon für 2, 1967
Lentos Kunstmuseum Linz

Ausstellungsansicht Haus-Rucker-Co, 2023
Lentos Kunstmuseum Linz

Themen die Haus-Rucker-Co beschäftigten und die von den 6 Kapiteln der Ausstellung „Atemzonen“ reflektiert werden, waren alternative Möglichkeiten der Nutzung des Stadtraums, das Leben darin, experimentelle Wohnkonzepte, soziale Interaktion die von neuen Raumkonzepten gefördert werden kann, „erlebter Raum“. Nicht zuletzt waren aber auch Klima und Umwelt, und die Beschäftigung mit Zukunftsszenarios vordergründig in ihrer Arbeit.

Die Gruppe suchte nach Möglichkeiten, Stadt als einen offenen, verbindenden, experimentellen Raum für soziale Interaktionen zu formen. Die Vorstellung von einer Stadt in der Poetisches Platz hat, Möglichkeiten der Nutzung des Stadtraums hatten Vorrang vor Funktionalität.

Wie auch andere Architekten zu dieser Zeit, arbeitete die Gruppe am Schnittpunkt zwischen Architektur und Bildender Kunst und beschäftigte sich mit Raumexperimenten. Das „verrücken räumlicher Ordnungen“ das im Namen der Gruppe enthalten ist, zielt auf ein Befreien von Bauwerken von der Gebundenheit an Funktion und Zweck ab, um poetische Ausdrücke des Zusammenlebens zu ermöglichen. „Pneumacosm“ war als eine Wohnzelle konzipiert, die man als transportabler Wohnraum an unterschiedliche Stellen in der vorhandenen Struktur der Stadt anschließen kann. Mit „Ballon für 2“ loteten sie 1968 die Wirkung einer solchen Architektur im Stadtraum und auf die Passant:innen aus.

Auch das heute besonders aktuelle Thema der zunehmenden Umweltzerstörung behandelten sie etwa in der Ausstellung „Cover. Überleben in verschmutzter Umwelt“ 1971 im Museum Haus Lange in Krefeld. „Atemzonen“, der Titel der Ausstellung in Linz, rückt eben diesen Bereich ihrer Arbeit in den Vordergrund. Das Museum Haus Lange hatten sie 1971 in eine pneumatischen Architektur umhüllt und so ein klimakontrolliertes künstliches Reservat zum Schutz vor einer feindlich gewordenen Umwelt konstruiert. So bekamen ihre experimentellen pneumatischen Architekturen des Beginns ihres Schaffens eine neue Bedeutung als Schutz vor einer möglicherweise bald unbewohnbaren Umwelt und klimatischen Veränderungen.

Bei der Podiumsdiskussion Stadt & Klima im Lentos am 8.2. werden aktuelle Herausforderungen der Stadtplanung und Architektur heute vor dem Hintergrund klimatischer Veränderungen mit Architekt Günter Zamp Kelp, Baukutlurprofessorin Heidi Pretterhofer, Raumplanerin Andrea Weninger, Klimakoordinator der Stadt Linz Oliver Schrot und Agency in Biosphere Markus Jeschaunig in der Moderation diskutiert. 
 

 

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