11/01/2024

Rückblickend auf das thematisch breit gefächerte Symposium "Vom Bau zum Umbau" wird es auch 2024 noch wichtig sein, sich mit den Themen der Bauwende, der Klimakrise und dem kreislauffähigen Bauen zu beschäftigen. 

Schon im Programm zur Veranstaltung machte man klar und fragte: „Dass die Bauwirtschaft für 40% der CO2-Emissionen verantwortlich ist, macht sie zum Klimasünder, gibt ihr aber auch die Verantwortung und die Mittel, genau diese Fehler zu korrigieren. Wie lässt sich diese Kehrtwende realisieren, und dies angesichts der Dringlichkeit auch möglichst schnell?“ 

Maik Novotny fasste für die ig-architektur knapp die wichtigsten Aussagen des Symposiums zusammen und in Kürze wird es die Vorträge des Symposiums als Videomitschnitte auf dem Kanal der IG Architektur geben.

11/01/2024

Symposium „Vom Bau zum Umbau" im November 2023, Festsaal der Alten WU (WEST) Wien. Foto © eSeL.at/ Joanna Pianka

Am 24. November fand im Festsaal der Alten WU (WEST) in Wien das ganztägige Symposium „Vom Bau zum Umbau" statt, das gemeinsam von der IG Architektur und der ÖGFA organisiert, durchgeführt und moderiert wurde. Eine Keynote von Werner Sobek, zehn Vorträge und drei Podiumsdiskussionen behandelten verschieden Aspekte einer dringend nötigen Bauwende. Werner Sobek untermauerte in seinem einführenden Vortrag mit globalen Daten die Dringlichkeit des Handelns in der Klimakrise. 

Im Themenblock 1 „Raum und Boden“ berichtete Karoline Mayer (Architekturzentrum Wien) von Erkenntnissen und Erfahrungen der Ausstellung „Boden für alle". Sybilla Zech und Ulrich Blanda (Büro stadtland) folgten mit konkreten Best-Practice-Beispielen aus der Praxis der Raumplanung und Raumordnung. Elias Molitschnig (Amt der Kärntner Landesregierung) erläuterte, wie auf Landesebene die Baukultur als Hebel zum Bodenschutz verwendet werden kann. In der anschließenden Podiumsdiskussion lieferten neben den Vortragenden auch Cedric Fritz (architects4future) und Andreas Hacker (Stadt-Umland-Management Wien-Niederösterreich) wichtige Antworten und Aspekte.

Im Themenblock 2 „Bau und Gesetz“ steckte Charlotte Malterre-Barthes (EPFL Lausanne) in ihrem Vortrag das weite Feld von Zusammenhängen aus Verteilungsgerechtigkeit, nicht-ausbeuterische Materialverwendung bis zur Forderung nach einem Abrissmoratorium ab. Johanna Leissner (Fraunhofer-Gesellschaft) zeigte anhand von EU-Forschungsprojekten, welche Ziele, Aktivitäten und Möglichkeiten einer Bauwende auf europäischer Ebene bereits bestehen. Peter Bauer (werkraum Ingenieure / TU Wien) brachte die Diskussion auf den Boden notwendiger Gesetzesänderungen auf Bundes- und Länderebene in Österreich. Diese Themen wurden in der Podiumsdiskussion durch aktuelle Initiativen in Österreich ergänzt: Lukas Vejnik stellte die Allianz für Substanz vor, Markus Zilker (einszueins architekten) das Netzwerk Habitat 2030. Werner Sobek brachte zusätzlich Erkenntnisse aus seinen Praxiserfahrungen ein.

Den Abschluss machte eine Reihe von Vorträgen zum Themenblock „Baukultur und Bildung", die Fragen stellten, wie die Bauwende an Hochschulen und in der Öffentlichkeit vermittelt werden kann. Lorenzo De Chiffre und Eva Mair stellten in ihren Vorträgen Lehrveranstaltungen an der TU Wien vor, Heidi Pretterhofer und Michael Rieper erläuterten die Mission ihrer soeben angetretenen Professur für Baukultur an der Kunstuniversität Linz. Elisabeth Leitner (LandLuft, RURASMUS) zeigte abschließend, welche Potenziale dem ländlichen Raum als Innovationslabor innewohnen. In der Diskussionsrunde lieferte Nicola Eller (ORF) wichtigen Input in puncto Baukulturvermittlung aus Sicht der Medien.

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Die Vorträge des Symposiums werden ab Jänner 2024 sukzessive online auf dem Kanal der IG Architektur zu sehen sein.

Passend dazu liest sich auch der UMBAU_32, die 2023 erschienene Publikation der ÖGFA, die ebenfalls Initiatorin des Symposiums war. Sie stellt das Verhältnis von Raum und Substanz in den Mittelpunkt: „Der UMBAU_32 bringt dieses Spannungsfeld zwischen Raum und Substanz zum Schwingen. Ein gewohnt vielstimmiger UMBAU über das Dauerhafte und das (Un-)Greifbare, ein UMBAU als Dokument einer außergewöhnlichen Zeit.“ 

christoph w

... Da das Bauwesen derzeit aber für rund 60% des weltweiten Ressourcenverbrauches, für rund 50% des weltweiten Abfallaufkommens, für mehr als 50% der weltweiten Emissionen von klimaschädlichen Gasen und für mehr als 35% des weltweiten Energieverbrauches verantwortlich ist, kommt ihm in der vor uns stehenden Phase der Transformation eine wesentliche Bedeutung zu. ...... Quelle: Werner Sobek, non nobis - über das Bauen in der Zukunft, avedition 2022, Seite 18.

Do. 11/01/2024 14:15 Permalink

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