Texte, Töne und eine Diskussion über die Sprache der Baukultur mit Sprachwissenschaftler Martin Reisigl
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Krems, Niederösterreich

Sprich mir die Stadt – © Heidrun Schlögl

Termin: D
Ort: Walter Zschokke-Bibliothek - ORTE, Steiner Landstraße 3, 3500 Krems

Die Teilnahme an der Veranstaltung ist kostenfrei.
Um Anmeldung wird unter office@orte-noe.at gebeten.
Es wird darauf hingewiesen, dass bei der Veranstaltung Fotos gemacht und zum Zweck der Öffentlichkeitsarbeit sowie der Dokumentation verwendet werden.

Moderation: Heidrun Schlögl, ORTE-Geschäftsführerin

"Die Grenzen meiner Sprache bedeuten die Grenzen meiner Welt“, notierte Ludwig Wittgenstein. Sprache ist unser Werkzeug, um Welt zu erschließen – sie formt unser Denken, unsere Wahrnehmung, unser Handeln. Wer eine neue Sprache lernt, spürt rasch: Was ich nicht benennen kann, bleibt mir fremd. Doch auch in der eigenen Muttersprache begegnen wir im Lauf des Lebens immer wieder neuen Worten, neuen Begriffen. Sie erweitern unseren Horizont – und oft auch unser Selbstverständnis.
In der Architektur ist die Sprache oft nicht das Wort, sondern das Bild: Skizzen, Modelle, Renderings, gebaute Räume. Doch als baukulturelle Vermittler:innen sprechen wir tagtäglich über Architektur, Stadtentwicklung und räumliche Gestaltung. Wie tun wir das? Welche Sprache wählen wir, und wen erreichen wir damit? Wie reden wir über Stadt, über Planungsprozesse, über das Bauen im Bestand oder die Zukunft der Siedlungen? Welche Begriffe prägen unsere Diskurse – und unsere Vorstellung davon, was möglich oder wünschenswert ist? Und vor allem: Wie verständlich sind wir jenseits der Fachkreise?

Sprachwissenschaftler Martin Reisigl von der Universität Wien gibt mit einem Impulsvortrag Einblick in die Wirkungsmacht von Sprache – und hilft uns dabei, genauer hinzuhören, was Sprache mit uns und unserem Denken über Raum macht.
Martin Reisigl studierte Sprachwissenschaft und Philosophie an der Universität Wien. Er ist Assoziierter Professor für Angewandte Sprachwissenschaft am Institut für Sprachwissenschaft der Universität Wien.

Im anschließenden Gespräch mit dem Publikum wollen wir gemeinsam erkunden: Welche Worte wirken? Wie lässt sich über Architektur so sprechen, dass Menschen zuhören wollen – und sich eingeladen fühlen, mitzureden?
Denn wer über Baukultur spricht, spricht nicht nur über Materialien, Formen oder Funktionen. Er oder sie spricht über Gesellschaft. Über Werte. Und darüber, wie wir leben wollen.
Diese Veranstaltung lädt ein zu einer offenen Auseinandersetzung mit der Rolle von Sprache in der Architektur- und Baukulturvermittlung ein. Sie bietet Raum zum Zuhören und Mitdenken – auch durch die Texte, die im Workshop „Schreib mir die Stadt“ entstanden sind und an diesem Abend gelesen oder gehört werden können.
Sie ist ein Versuch, neue Brücken zu bauen – zwischen Fachwelt und Öffentlichkeit, zwischen Bildungsauftrag und Lebensrealität.

Dieser Abend soll nicht nur Menschen aus der Baukulturvermittlung ansprechen, sondern auch ALLE, die mit uns über die Sprache der Baukultur ins Gespräch kommen und ihre Eindrücke teilen möchten.

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