Termin: Dienstag, 2. Dezember 2025, 19:00 Uhr
Ort: < rotor >, Volksgartenstraße 6a, 8020 Graz
Eintritt frei!
Dieser Vortrag untersucht, wie partizipative Kunstpraktiken angesichts der europäischen Grenzregime einen Raum für Fantasie und Beziehungen schaffen können. Ausgehend von ihrer Arbeit mit Asylsuchenden, Anwohner:innen und humanitäre Aktivist:innen auf Samos, Griechenland, berichtet Carolyn Defrin, wie spekulatives Design und Mikro-Kunstwerke Möglichkeiten für ein gemeinsames Verständnis von vergangenen Erinnerungen, gegenwärtigen Realitäten und zukünftigen Möglichkeiten schaffen. In einer Landschaft, die von Überwachung, Abschottung und den sozialen Spannungen des Brennpunkt-Konzepts der EU geprägt ist, bringen diese kleinen kreativen Interventionen sich überlagernde Zeitlichkeiten und Gegennarrative zum Vorschein, die in der Lage sind, vorherrschende Geschichten der Entmenschlichung zu unterbrechen.
Im Dialog mit der Ausstellung STRANCI im < rotor >, die sich mit den sich wandelnden rechtlichen, politischen und kulturellen Dimensionen des „Fremden” auseinandersetzt, beleuchtet der Vortrag, wie Akteur:innen an den Grenzen komplexe, oft nicht kategorisierbare Formen der Aufmerksamkeit, Zugehörigkeit und Hoffnung formulieren. Insgesamt weisen diese Praktiken auf unbekannte und positive Vorstellungen von Zukunft hin, die sich der Sicherheitslogik widersetzen und eine Vorstellung davon geben, wie kollektives Leben an der Grenze aussehen kann.
Der Vortrag findet in englischer Sprache statt.
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Carolyn Defrin ist Künstlerin und Forscherin, die sich mit Migration, Grenzen sowie bildender und darstellender Kunst beschäftigt. Derzeit ist sie Marie-Curie-Stipendiatin an der Universität Graz, wo sie eine vergleichende Studie zwischen Samos (Griechenland) und Teneriffa (Spanien) über die sozio-relationalen Auswirkungen von Kunst durchführt, die als Reaktion auf Grenz- und Migrationspraktiken entstanden ist. Ein kürzlich gewährtes Karl-Kaser-Forschungsstipendium ermöglichte es ihr, in ihr Heimatland USA zurückzukehren, um ihre Forschung auf die Grenze zwischen den USA und Mexiko auszuweiten.