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Graz, Steiermark

Ausstellung: 14.03.-11.09.2026, Mittwoch bis Montag 13-17.30 Uhr, geschlossen an 15.04./10.06./23.08.
Ort: Museum der Wahrnehmung MUWA, Friedrichgasse 41, 8010 Graz

Das Museum der Wahrnehmung MUWA zeigt aktuell die Kunstausstellung BARBARA HÖLLER „Präsenz der Linien“. Zur Einführung im Rahmen der Eröffnung sprach KATIA HUEMER, Kuratorin im Kunsthaus Graz. Die Ausstellung wird bis 11. September 2026 im MUWA gezeigt, von Mittwoch bis Montag, 13.00 bis 17.30 Uhr.

BARBARA HÖLLER gehört zu den wichtigsten Vertreter:innen konkreter und konstruktiver Kunst der mittleren Generation in Österreich. Im Museum der Wahrnehmung MUWA zeigt sie in ihrer Ausstellung „Präsenz der Linien“ Arbeiten aus den vergangenen sechs Jahren. Linien sind in ihren Werken präsent als Gitter- oder Netzstrukturen, als überlagerte, auslaufende und gebrochene Linien. Die Künstlerin arbeitet meist in Serien, für die sie jeweils ein System entwickelt, das stark von den verwendeten Materialien, dem Format und dem eingesetzten Farbauftrag bestimmt wird. BARBARA HÖLLERs kontinuierliches Bestreben nach Systematisierung bewirkt, dass sie im Arbeitsprozess einer Serie bereits neue Strategien für künftige Werkgruppen entwirft.

In den Werkserien Straight River / Deep Space, Ladder und Cover the Color entstehen Linien durch freies Verlaufen von Farbe auf dem Bildgrund ohne Zuhilfenahme eines Lineals. Die Geradlinigkeit der so entstandenen Farbstreifen ist der Konsistenz der Farbe im Zusammenspiel mit dem Trägermaterial geschuldet, die BARBARA HÖLLER empirisch entwickelt. „Farbe und Gravitation sind meine Assistentinnen“, so die Künstlerin. Die mehr oder weniger dichten Netzstrukturen sowie die Farbgebung der Linien lassen den Eindruck von Räumlichkeit auf der Bildfläche entstehen.

Für die Serie Broken Lines hat die Künstlerin ein Zufallssystem für die Richtungen der durchbrochenen Linien (aus Kupferfarbe, die von der Künstlerin zum Oxidieren gebracht wurde und somit Blautürkis erscheint) festgelegt. Sie bezeichnet dieses Liniengefüge als „Konstruktion“ und merkt zu den Linien an: „Sie verlieren ihre Eindeutigkeit und werden zu Trägern von Spannung, Irritation und Bewegung.“ Anderen Arbeiten wie beispielsweise den Serien Quartett und Ways or Means liegt ein offenes System zugrunde. Dabei ordnet die Künstlerin einzelne Bildteile immer wieder neu an.

SYLVIE AIGNER, Kunsthistorikerin, Kuratorin, Chefredakteurin von PARNASS, schreibt im Katalogtext „Das Konzept der Linie“ über die Künstlerin: „Das Werk von Barbara Höller bewegt sich im Spannungsfeld der Malerei zwischen Objekthaftigkeit und Zweidimensionalität und der Fragestellung nach dem Materialcharakter der Farbe. Die Linie ist dabei Hauptakteur der Bildkonzeption - selbst dort, wo Barbara Höller die Farbe in den Raum entwickelt. Sie ermöglicht ihr, eine Struktur herzustellen, die von den Linien selbst vorgegeben wird.“

Mit ihrer Ausstellung „Präsenz der Linien“ reagiert die Künstlerin auf den besonderen Raum des MUWA mit seinem oktogonalen Grundriss und nutzt seine vielfältigen Blickwinkel für ein irritierendes und vergnügliches Spiel mit Systemen und Zufällen.

-Eva Fürstner / Sabine Richter

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