Was uns verbindet: Empfehlungen aus der Redaktion für die Architekturtage 2026
Architekturtage 2026: Was uns verbindet – Infrastrukturen des Alltags
26/05/2026
Auch heuer lädt die Architekturstiftung Österreich gemeinsam mit der Bundeskammer und den Länderkammern der Ziviltechniker:innen zu den biennal stattfindenden Architekturtagen in allen neun Bundesländern ein. Die Architekturtage 2026 stehen unter dem Motto Was uns verbindet – Infrastrukturen des Alltags und finden von Donnerstag, 28., bis Samstag, 30. Mai 2026 statt.
Die GAT Redaktion hat hier eine Auswahl an Veranstaltungen aus allen Bundesländern gesammelt. Stöbern Sie durch, informieren Sie sich und melden Sie sich an, wo dies erforderlich ist – die Links zu den einzelnen Programmpunkten sind im jeweiligen Titel eingebettet.
Das gesamte Programm finden Sie am Ende des Beitrags verlinkt!
Das Format OPENSTUDIO'26 lädt im Rahmen der Architekturtage 2026 auch in diesem Jahr dazu ein, Architekt:innen und Zivilingenieur:innen direkt in ihren Büros und Ateliers zu besuchen. Das Programm wird diesmal sogar um Exkursionen und Stadtspaziergänge erweitert. Alle Interessierten werden herzlich eingeladen, vorbeizuschauen und einen Blick hinter die Kulissen zu werfen!
Infrastrukturen im ländlichen Raum bestimmen über Lebensqualitäten vor Ort maßgeblich. Deren physische Präsenz prägen Orts- und Landschaftsbilder stark und gestalten Siedlungsstrukturen wesentlich.
Ein interdisziplinärer Austausch im Rahmen der Architekturtage soll einen Bogen über die vielen Interessensgruppen spannen, die die bauliche Umwelt am Land beeinflussen und die Querschnittsmaterie „Baukultur“ aus den unterschiedlichen Perspektiven erörtern.
Dieses Format verbindet die Architekturtage – Das Festival für Baukultur und Ingenieurtechnik – mit dem Medium Radio und eröffnet einen erweiterten Resonanzraum, in dem Infrastrukturen als Grundstruktur des Alltags hörbar werden. Am 29. Mai 2026 verdichtet sich diese Auseinandersetzung zu einem öffentlichen Resonanzraum. In Kollaboration mit dem Radio Kärnten wird das Architektur Haus Kärnten selbst zur Infrastruktur: ein Ort des Sendens und Empfangens, des Zuhörens und Sprechens.
Gespräche, Stimmen und Positionen werden vor Ort im Architektur Haus Kärnten abgehalten und von 08.40 bis 19.00 Uhr live auf Radio Kärnten übertragen. Ein kontinuierlicher Fluss von Perspektiven entsteht – flüchtig und zugleich verbindend.
Der Radiotag versteht sich als Einladung zur Versuchsanordnung: Infrastruktur nicht nur zu thematisieren, sondern sie als Medium erfahrbar zu machen und die Systeme unseres Alltags neu sowie bewusst wahrzunehmen.
Es führen die Landschaftsökologinnen Barbara Becker und Ursula Scheiblechner. Eine Kooperation mit der viadonau.
Es ist still an der Donau an diesem Morgen. Der Strom liegt ruhig zwischen den Hügeln der Wachau, als hätte er kurz vergessen, wie kraftvoll und unberechenbar er sein kann. Doch wer die Augen länger offenhält, spürt: Etwas regt sich. Ein kaum hörbares Umschichten, ein sanftes Ziehen im Wasser, ein Atemholen des Flusses. Alte Seitenarme öffnen sich wieder, Ufer verlieren ihr steinernes Korsett, und in den Zwischenräumen des Kieses glimmt erstes, zartes Leben. Es ist, als würde die Donau in sich hineinhorchen – und sich erinnern.
Die Donau bei Grimsing ist noch kein fertiges Naturidyll. Aber sie ist auf dem Weg dorthin. Ein Weg, der Fragen stellt: über unser Verhältnis zur Landschaft, über Verantwortung, über die Kunst, nicht nur zu schützen, sondern wiederherzustellen. Über die Balance zwischen Nutzung und Freiheit – und darüber, was wir der Natur zurückgeben können, wenn wir ihr zuhören.
Der ehemalige Vorort von Linz; die "Lustenau" hat sich seit den 1950er Jahren rasant in ein modernes Hafen- und Gewerbegebiet transformiert. Wir überzeichnen alte Karten des früheren Donauflusslaufes, betreten den Bodenlehrpfad in der "Klimaoase" und erfahren dort Wissenswertes von Überresten fruchtbaren Aubodens der vor weiterer Versiegelung verschont wurde. Den Abschluss der Hafentour setzen wir mit einem Picknick im "Hafenpark" über den Dächern der Linz-AG, bei guter Fernsicht mit Ausblick über die Hafenanlagen hinaus bis hin zu den Voralpen und möglichen Einblicken weiterer Transformation der Gegend.
Tourguide: DI Christoph Wiesmayr, CEO Verein SCHWEMMLAND
Die kostenfreie Busexkursion inklusive Verpflegung bietet spannende Einblicke in aktuelle Architektur- und Infrastrukturprojekte, sowie Raum für fachlichen Austausch und persönliche Begegnungen. Das Tagesprogramm verbindet Inspiration, Diskussion und Geselligkeit – mit gemeinsamen Ausklängen und Gesprächsrunden vor Ort.
Eigene An- und Abreise sowie Teilnahme an einzelnen Programmpunkten möglich.
Im Mittelpunkt der diesjährigen Exkursion steht das Thema „Hochwasserschutz im Zusammenspiel von Raumordnung, Wasserwirtschaft und Regionen“.
Vor dem Hintergrund klimatischer Veränderungen und zunehmend häufiger auftretender Starkniederschläge gewinnt ein vorausschauender Umgang mit Hochwasserereignissen immer mehr an Bedeutung. Ziel der Exkursion ist es, das Bewusstsein für die oftmals wenig sichtbaren, aber zentralen Schutzbauwerke zu stärken und ihre Rolle für sichere Siedlungsräume und eine nachhaltige Regionalentwicklung zu verdeutlichen. Hochwasserschutz in gefährdeten Gebieten basiert auf einem umfassenden Risikomanagement, bei dem technische Maßnahmen wie Rückhaltebecken oder Schutzdämme mit natürlichen Lösungen sowie raumplanerischen Strategien kombiniert werden. Durch dieses Zusammenspiel können Orte und Landschaftsräume widerstandsfähiger gegenüber Extremereignissen gemacht und gleichzeitig wertvolle Freiräume gesichert werden.
Im Rahmen einer geführten Bustour werden ausgewählte Schutzbauwerke in der Region besucht, die unterschiedliche Lösungsansätze im Umgang mit den geographischen, hydrologischen und siedlungsräumlichen Herausforderungen der Oststeiermark zeigen. Die Besichtigungen erfolgen gemeinsam mit politischen Vertreterinnen und Vertretern der beteiligten Gemeinden, örtlichen Raumplanern sowie technischen Expertinnen und Experten. Dadurch erhalten die Teilnehmenden Einblicke in die Entstehungsgeschichte, Planung und Umsetzung der Projekte sowie in die Zusammenarbeit zwischen Gemeinden, Fachplanung und Verwaltung.
Fachliche Begleitung: Brigitte Luef, Leiterin der Baubezirksleitung Oststeiermark Josef Posch, Referatsleiter Schutzwasserwirtschaft Karl Pichler, Fachbereichsleiter Anlagentechnik und Baukultur
Zum Abschluss der Architekturtage 2026 wird im HDA gefeiert. Unter dem Motto Infrastruktur. Was uns verbindet. gilt: erst denken, dann tanzen – oder beides gleichzeitig. Mit Live-Bands, DJs, Drinks, guten Leuten, lauter Musik und voller Energie – getanzt wird, bis die Infrastruktur wackelt. Für ein paar Stunden zählt nur der Moment, alles andere kann warten. Das Haus steht allen offen, der Eintritt ist frei.
Mit dem Brenner Basistunnel – einem 55 km langen Tunnel zwischen Innsbruck und Franzensfeste mit vier seitlichen Zufahrtstunneln in Ampass, im Ahrental, in Wolf bei Steinach a. B. und in Mauls – entsteht derzeit die längste unterirdische Eisenbahnverbindung der Welt. Durch ihn soll sich die Fahrzeit im Personenverkehr von 80 auf 25 Minuten reduzieren. Für den Güterverkehr bedeutet der Wegfall von Höhenunterschieden, dass mehr, längere und schwerere Güterzüge die Strecke passieren können.
Der BBT ist aber nicht nur ein gigantisches Infrastrukturprojekt, sondern darüber hinaus von großer territorialer Bedeutung für die Europaregion Tirol und in weiterer Folge für den gesamten europäischen Raum. Für die regionale Bevölkerung entstehen zum einen verbesserte Mobilitätsmöglichkeiten, zum anderen soll die angestrebte Verlagerung des Güterverkehrs von der Straße auf die Schiene die Lebensqualität verbessern.
Als Auftaktveranstaltung zu den diesjährigen Architekturtagen spricht Martin Ausserdorfer – langjähriges Mitglied des BBT-Aufsichtsrates sowie Bürgermeister einer Südtiroler Gemeinde im Pustertal – darüber, welche Auswirkungen dieses Infrastrukturprojekt auf unseren Lebensraum haben wird.
Plätze, Straßen, Wege, Haltestellen, Schulen, Pflegeheime, Geschäfte, Wasser, Strom und Internet – all das und mehr nutzen wir jeden Tag. Meist unbewusst ermöglichen diese Infrastrukturen unseren Alltag und beeinflussen unsere Lebensqualität.
Der Workshop der Raumplanung des Landes lädt zum Mitmachen, Mitdenken und Diskutieren ein. Gemeinsam betrachten wir in einem Planspiel das Alltägliche: Wir verorten Alltagsinfrastrukturen auf Karten, schlüpfen selbst in die Rolle der Raumplanung und erproben, wie komplex und langfristig Planungsentscheidungen wirken.
Die Teilnahme ist auch ohne Vorwissen möglich – gefragt sind lediglich Neugier und die Lust, unsere Alltagsinfrastruktur mit anderen Augen zu sehen.
Im Rahmen der Architekturtage öffnet das Architekturzentrum Wien ihr Sammlungsdepot & Research Center und lädt zu einem nachmittäglichen Parcours mit ikonischen und überraschenden Objekten zur österreichischen Architektur des 20. und 21. Jahrhunderts.
Ab 17:00 Uhr heißt es dann zusätzlich: Happy Birthday, Adolf Krischanitz! In illustrer Runde zeigen wir fünf ausgewählte Bauten aus seinem umfangreichen Vorlass – von der knallgelben ehemaligen Kunsthalle am Karlsplatz bis zur kohlrabenschwarzen Neue Welt-Schule in Wien-Leopoldstadt. Wie gelingt es Krischanitz, seiner vordergründig minimalistisch anmutenden Formensprache stets eine erzählerische Tiefe zu verleihen? Mit einem Geburtstagsspecial zum 80er von Adolf Krischanitz.
Mit: Anna Dabernig, Gabriele Kaiser, Ina Krischanitz Moderation: Sonja Pisarik, Monika Platzer
Bei der feierlichen Abschlussveranstaltung rücken wir die zentralen Themen der Architekturtage 2026 ins Rampenlicht und werfen einen gemeinsamen Blick darauf, wie Architektur, Gesellschaft und ökologische Verantwortung ineinandergreifen.
Im Mittelpunkt des Abends steht eine kuratierte Auswahl der Einreichungen zum österreichweiten Foto- und Ideenwettbewerb OPEN CALL'26. Diese Initiative lädt Expert:innen, Studierende und engagierte Bürger:innen ein, ihre Visionen für zukunftsweisende ökologische und soziale Lösungen im Kontext unserer gebauten Infrastrukturnetzwerke zu teilen – ein Kaleidoskop an Ideen, das zeigt, wie vielfältig Zukunft gedacht werden kann.
Gemeinsam erkunden wir das Innovationspotenzial dieser Beiträge und verorten sie im größeren Kontext aktueller NEB-Pilotprojekte – darunter das Otto-Wagner-Areal, das zugleich Gastgeber dieses besonderen Abends ist.
Nach der feierlichen Verlosung von vier KlimaTickets Ö unter allen Einreichungen des „Open Call 2026“ lassen wir die Architekturtage bei einem Glas Wein und im einzigartigen Ambiente des Otto-Wagner-Areals stimmungsvoll ausklingen.
Die Koralmbahn bringt Graz und Klagenfurt näher zusammen – und eröffnet neue Möglichkeiten des Miteinanders. Im Rahmen der Architekturtage 2026 wird diese Verbindung erlebbar: Der Zug wird zum Denkraum für Austausch und neue Perspektiven, während in Klagenfurt ein Stadtspaziergang soziale Infrastruktur sichtbar macht. Ausstellungen, Kulinarik und ein Quiz laden zum Mitmachen ein, bevor es zurück nach Graz geht – mit neuen Eindrücken. Eine Reise, die zeigt, wie Infrastruktur Räume, Menschen und Ideen verbindet.