Die fünfte Arkaden-Route endete im Grazer Rathaus. Nun geht es zum ersten Mal bergauf in die Sporgasse. Wegen der Steigung und der nicht einfachen Lokalisierung und Zugänglichkeit werden wir diesmal nur 10 Stationen schaffen.
58) Sporgasse 10 bzw. Färbergasse 1
Man möchte nicht glauben, dass das von Touristen gern fotografierte schöne Eckhaus mit der Fassade und dem Türmchen von 1895 im Kern aus dem Mittelalter, mit einer Neugestaltung im Barock um 1670 stammt. Doch wenn wir in den Hof von Färbergasse 1 kommen (der Zugang ist nicht immer offen), werden wir überwältigt sein von der Formenfülle dieser Zeit. In drei Geschossen zeigen sich uns Arkaden mit insgesamt 15 toskanischen Säulen (Bild 2).
59) Sporgasse 11 „Sporhof“
Dieser Hof wurde schon bei der Vision des „Altstadt-Labyrinths“ (Schau doch, Nr. 37) beschrieben. Die westliche Seite zeigt arkadenartige Bogengänge auf massiven Pfeilern (Bild 3).
60) Sporgasse 13, ehem. Bräuhaus zum römischen König
Als Remschmidt-Hof ist das schöne Gebäude nicht nur an „Zahnschmerzen Leidenden“ gut bekannt. Der von Schwibbögen überwölbte Durchgang in den Hof weist an der nordöstlichen Seite eine Arkade auf. An der gegenüberliegenden überhängenden Gebäudeseite wurden die Kragsteine vor einigen Jahren freigelegt und durch Stahlsäulen gestützt (Bild 4). Mit dem über eine malerische Stiege erschlossenen hohen Hoftrakt und seinem Renaissance-Fenster aus der Schule dell’Allios gehört diese Stelle zu den malerischsten der Grazer Altstadt. Man wähnt sich im italienischen Perugia.
61) Sporgasse 19
Nach einem Bombentreffer wurde dieses Haus um 1950 wieder aufgebaut und dabei zwei Frührenaissance-Säulen mit schön bearbeiteten Basen und Kapitellen im Hof als Doppelarkade dargestellt (Bild 5). Das Haus hat bergseitig einen Felsenschacht mit höhlenartigen Einbuchtungen. Leider ist dieser Teil derzeit öffentlich nicht betretbar.
62) Sporgasse 21: Stiegenkirche
Man kann davon ausgehen, dass der Vorgängerbau der barocken Stiegenkirche die älteste Pfarre von Graz beherbergte, zu einer Zeit, als die Ägydi-Kirche (der heutige Dom) noch außerhalb der Stadtmauer lag. Imposant ist der Stiegenaufgang, der trotz der neuestens davor aufgestellten Info-Stele leider viel zu wenig beachtet wird. Wer sich die vielen Stufen zur Kirche hinaufgearbeitet hat (hier verlief im Mittelalter der Aufgang zum Uhrturm), steht fasziniert in einer arkadenartigen Vorhalle mit drei hohen toskanischen Säulen auf einer schönen Balustrade (Bild 6). Wenn vom Hof der Aufgang in die oberen Geschoße zugänglich ist, kann man durch Fenster die unter Nr. 66 beschriebene Arkade im südlichen Gartenhof des Palais Saurau sehen.
63) Sporgasse 22 (Hofgasse 2)
Der Hof des Deutschen Ritterordens zählt sicher zu den am meisten besuchten Grazer Innenhöfen. Leider gehen aber noch immer zu viele Menschen am schönen Tor vorbei. Im Hof zeigt sich ein einmaliger Stiegenaufgang, der ebenso wie das erste Obergeschoß von abgefasten gotischen Steinsäulen geschmückt ist. Das zweite Obergeschoß hingegen ist bereits von toskanischen Säulen aus der Renaissance geziert (Bild 7).
64) Sporgasse 22, zweiter Hof
Ein Durchgang führt uns in einen winzigen Lichthof, der im Obergeschoß eine kleine Arkade aufweist (Bild 8).
Die Beschreibungen und Bilder zu den Stationen 65, 66 und 67 wurden auf dringliche Bitte der Hauseigentümerin um Wahrung ihrer Privatsphäre wieder entfernt (September 2025).
Viel Vergnügen bei der Tour wünscht dennoch wieder Peter Laukhardt!
Die kunsthistorischen Angaben stützen sich zum großen Teil wieder auf die Kunsttopographie Graz von Wiltraud Resch (Wien 1997). Weitere Information zu den genannten und anderen Altbauten der Stadt Graz finden sich in www.grazerbe.at
Grazer Altstadt - Arkaden 1-6
Lieber Peter Laukhardt, 6 Teile, einer schöner und interessanter als der andere, ich habe die Bilder abgespeichert, um sie an Freunde ins Ausland zu senden, so viel Schönheit und Kulturerbe muss bewundert werden - wie auch Ihre Arbeit an dieser einzigartigen Dokumentation dieser oft unentdeckt bleibenden und vergessenen Juwele!
Mit herzlichem Dank, Astrid